KI einführen? Warum Unternehmen nicht mit dem Tool beginnen sollten

Künstliche Intelligenz verspricht schnellere Prozesse und neue Geschäftsmodelle. Doch nicht jede Herausforderung braucht KI – und nicht jedes technisch mögliche System schafft einen Mehrwert. Eine neue Veröffentlichung des Kompetenzzentrums Arbeitswelt.Plus hilft Unternehmen, vor, während und nach der Einführung die entscheidenden Fragen zu stellen.

Erst das Problem, dann die Technologie

Viele KI-Projekte beginnen mit der Suche nach einem passenden Tool. Die neue Publikation „Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit“ dreht diese Logik um: Unternehmen sollten zunächst klären, welches Problem sie lösen wollen, welchen Nutzen sie erwarten und ob KI überhaupt die beste Lösung ist. Manchmal reichen eine Prozessverbesserung, Standardsoftware oder klassische Automatisierung aus.

„KI sollte nicht eingesetzt werden, nur weil eine Anwendung technisch verfügbar ist. Unternehmen brauchen zunächst Klarheit darüber, welches Problem sie lösen und wie Beschäftigte und Organisation davon profitieren“, sagt Kerstin Eller, Projekt- und Community Managerin bei it’s OWL und verantwortlich für die Veröffentlichung.

 

KI sollte nicht eingesetzt werden, nur weil eine Anwendung technisch verfügbar ist. Unternehmen brauchen zunächst Klarheit darüber, welches Problem sie lösen möchten und wie Beschäftigte und Organisation davon profitieren.
– Kerstin Eller, it's OWL

Der Fragenkatalog begleitet Unternehmen durch drei Phasen: von der Orientierung und Entscheidung über die konkrete Einführung bis zur langfristigen Verankerung. Dabei nimmt er wirtschaftliche, technische und menschliche Aspekte gemeinsam in den Blick.

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KI verändert mehr als einzelne Prozesse

Wer KI einführt, verändert häufig auch Tätigkeiten, Rollen und Verantwortlichkeiten. Unternehmen müssen deshalb früh entscheiden, welche Aufgaben ein System übernehmen kann, welche bewusst beim Menschen bleiben und welche neuen Kompetenzen erforderlich werden.

Auch Fragen zu Datenqualität, Datenschutz, Informationssicherheit und Mitbestimmung gehören auf den Tisch. Ebenso wichtig ist eine klare Verantwortungsstruktur: Wer überwacht das System? Wann ist eine menschliche Freigabe notwendig? Und wer greift ein, wenn die KI unerwartete Ergebnisse liefert?

„Ob eine KI-Einführung gelingt, entscheidet sich nicht allein in der IT-Abteilung. Geschäftsführung, Fachbereiche, Beschäftigte, Personalentwicklung und Betriebsrat müssen gemeinsam festlegen, wie die neue Arbeit aussehen soll“, betont Eller.

Ob eine KI-Einführung gelingt, entscheidet sich nicht allein in der IT-Abteilung. Geschäftsführung, Fachbereiche, Beschäftigte, Personalentwicklung und Betriebsrat müssen gemeinsam festlegen, wie die neue Arbeit aussehen soll.
– Kerstin Eller, it's OWL

Vom Versuch zum Arbeitsalltag

Ein erfolgreicher Pilot ist noch keine dauerhaft funktionierende Anwendung. Der Leitfaden zeigt deshalb auch, welche Fragen Unternehmen beim Übergang in den Regelbetrieb beantworten müssen: Wie werden Wartung und Weiterentwicklung organisiert? Welche Prozesse müssen angepasst werden? Wie lässt sich Feedback der Beschäftigten dauerhaft berücksichtigen?

Entwickelt wurde die Publikation vom Fachgremium des Kompetenzzentrums Arbeitswelt.Plus. Es bündelt Perspektiven aus Industrie, Wissenschaft und Gewerkschaften. Zu den Autor:innen gehören unter anderem Fachleute von Miele, Weidmüller, Wöhler, Kannegiesser, der IG Metall, den regionalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie dem it’s OWL Clustermanagement.

Die zentrale Botschaft: Unternehmen sollten nicht nur fragen, welche KI sie einsetzen wollen. Sie müssen entscheiden, wie Menschen und KI künftig zusammenarbeiten, lernen und Wertschöpfung gestalten sollen.

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